Hallo,
Meine Probleme bestehen in meinem Kontakt-Verhalten anderen Menschen gegenüber. Spezifischer darin, eine entspannte, emotional offene Haltung einzunehmen.
Ich bin Ende Zwanzig, ich habe in meinem Leben immer eine handvoll sehr sehr enge Freundschaften gepflegt. Meine Freunde erleben mich als verständnisvollen äußerst zugewandten und freundlichen Menschen und wir stehen uns auch emotional sehr nahe. Fremden gegenüber, oder Leuten in größeren Gruppen, bin ich hingegen immer nur interessiert sachlich, rational. Ich kann in größeren Gruppen (das fängt bei 3 an), die ich nicht sehr gut kenne (z.B. Arbeitskollegen gegenüber unproblematisch) oder auch schon bei Einzelpersonen, nur wenig Emphathie aufbringen. Ich versuche dann immer das Gespräch auf einer rationalen Ebene zu halten, was teilweise fast autistisch wirken muss. Auch Freunde (oder sogar Verwandte!), die ich länger nicht gesehen habe werden von mir erst mal derart behandelt und es fällt mir sehr schwer stärkere Emphatie im "normalen Bereich" aufzubringen. Dies ist erst dann wieder der Fall wenn die Gruppe sich verkleinert und "das Eis wieder gebrochen ist". Bei meinen Freunden und Bekannten führt dieses Verhalten immer wieder zu Irritation, da ich Ihnen gegenüber "ganz normal" auftrete, wenn ich allerdings in Gruppen eingeladen werde, plötzlich sehr kühl und "oberflächlich" bin und Freunde meiner Freunde erstaunt sind, dass Schilderungen meiner Person und mein Auftreten nicht übereinstimmen (mein Auftreten wird im besten Fall als "professionell", aber fast immer als kühl und reserviert wahrgenommen). Alles was ich hier beschreibe ist ein Stück weit von meiner allgemeinen Stimmung abhängig. Im Moment bin ich sehr gestresst, daher treten die Probleme wieder stärker auf.
Das selbe gilt für mein nicht vorhandenes Beziehungsleben. Freunde/Kollegen sind immer wieder erstaunt, dass ich keine Beziehung führe, da ich Ihnen gegenüber durchaus charmant und warm bin, Witz habe, intelligent bin und halbwegs zielstrebig, wenn auch nicht übermäßig attraktiv bin. Ab und zu werde ich daher nach längerer Zeit vorsichtig gefragt, ob ich vielleicht homosexuell bin. Das ist aber nicht der Punkt, ich kann diese Frage gar nicht sinnvoll beantworten, weil ich noch nie eine Beziehung geführt habe und daher gar nicht weiss was ich wirklich will. Ich hätte gar nichts dagegen schwul zu sein, im Gegenteil, ich wäre eigentlich froh überhaupt eine Beziehung zu haben. Nur, dazu kommt es nicht. Ich hatte schon häufiger in meinem Leben Situationen in denen es zu Flirten oder "fast zu mehr" gekommen ist, meistens mit Personen, die sich in meinem Umfeld befanden und daher mich "hinter dem Eisklotz" kennen. Allerdings ist es regelmäßig so, dass ich, sobald mir Leute emotional oder körperlich sehr Nahe treten Angst kriege und prompt wieder zum "Eisklotz" werde. Als mich ein Mädchen, mit dem ich schon länger geflirtet hatte und die mich sexuell auch stark interessiert hat, nach einem gemeinsam verbrachten Wochenende irgendwann küsste, kam nur Angst hoch und jede "Lust" war sofort weg. Ich war wieder der "rationale" und habe das Treffen an dem Punkt abgebrochen und mich nachher fürchterlich über mich selbst geärgert. Genauso habe ich über lange Zeit eine sehr enge Freundschaft zu einem Mädchen geführt, aus dieser Freundschaft hat sich dann irgendwann die Frage nach einer Beziehung ergeben und ich habe diese Frage immer wieder verneint mit vorgeschobenen Argumenten (Freundschaft nicht gefährden, nicht die richtige Situation, zu viel Stress gerade), obwohl ich zwischenzeitlich sehr verliebt war und sie mich auch sexuell stark ansprach, was für mich regelmäßig zu Leidensdruck führte. Bei den Freunden die uns beide kannten, dann wiederum zu Irritation aufgrund des inkonsequenten Verhaltens.
Ich habe immer gedacht, dass sich dies mit der Zeit geben würde, allerdings ist das eher nicht der Fall. Ich bin zwar lockerer geworden (es ist mir fast egal, es ist mir auch egal was andere denken), aber auf der anderen Seite habe ich Probleme aufgrund meines bestehenden Verhaltens soweit neue Kontakte aufzubauen, dasd sich diese Frage (nach Intimitäten) überhaupt stellt. Darüberhinaus resigniere ich fast ein wenig, es macht mir nicht mehr so viel aus, aber ich suche auch nicht mehr stark danach. Ich bin aber eigentlich ein Mensch der nicht gerne ständig alleine ist, ich komme aus einer großen, warmherzigen Familie, die Kontakte bei uns waren und sind immer sehr eng.
Als Erklärungsansatz für mein Verhalten kann ich eigentlich nur meine "mittlere" Kindheit anführen. Ich war, soweit ich weiss, immer ein eher fröhliches, extrovertiertes Kind. Auf einer Stufensprecherfahrt in der sechsten Klasse hat damals ein Lehrer Bilder von mir schlafend im Bett geschossen und mir dabei pornographische Bilder auf/neben das Kopfkissen gelegt. An einem der weiteren Tage hat er von den Aufnahmen ein paar abgezogen und der größeren Gruppe (mit deutlich älteren (Oberstufen)Schülern) zur allgemeinen Belustigung gezeigt. Aus meiner heutigen Perspektive harmlos. Damals allerdings, war das ein traumatisches Erlebnis (Ich war kaum aufgeklärt, meine Kindheit würde ich als konservativ behütet beschreiben). Meine Eltern haben damals ein Gespräch mit mir und dem Lehrer durchgeführt, in dem Sie den Sachverhalt angesprochen haben. Es wurde erwogen Anzeige zu erstatten, was ich damals, soweit ich mich erinnern kann, aufs heftigste abgelehnt habe. Ich wollte nicht wieder über diese "Kränkung" nachdenken müssen und habe das einfach in mich reingefressen. Ich kann mich nicht mehr gut an die 2-3 Jahre danach erinnern, aber soweit ich weiss habe ich mich damals sehr stark in mich zurückgezogen und bin mit einem emotionalen Panzer rumgelaufen. Dazu passend erzählt meine Mutter, dass ich damals anfing im Schlaf nach "Hilfe" zu rufen. Meine schulischen Leistungen haben sich so stark verschlechter (ich war vorher ein guter bis sehr guter Schüler), dass meine Eltern erwogen mich in eine andere Schule zu versetzen, zumal ich aufgrund meiner verschlossenen Haltung plötzlich heftig gemobbt wurde. Alles was Jungendliche in dieser Zeit an Erfahrungen machen, ist an mir damals absolut vorbeigegangen. Erst in der Oberstufe bin ich wieder lockerer geworden und hatte "meinen Spass" - dem Mobbing habe ich mich mit einer fiesen Schlagfertigkeit entzogen -, aber nur bei allem was "sexuelles" ausschließt. In der anschließenden Zeit an der Universität habe ich dieses Thema immer ausgeklammert, Annäherungsversuche (es gab eine Handvoll) meist abgeblockt und mich auf meine "Leistung" herausgeredet, Arbeit war mir damals vordergründig wichtiger.
Ich merke allerdings, dass ich mitlerweile eine unkomplette Persönlichkeit bin, da ein Aspekt meines Ichs einfach fehlt und mein Verhalten in diesem Aspekt auch manchmal merkwürdig ist. Dies hat sowohl Auswirkungen auf mein Selbstbewusstsein (nicht sehr groß) als auch auf fast alle anderen Bereiche meines Lebens. (Früher hatte ich beispielsweise immer riesige Probleme mit Komplimenten von Anderen und habe dann immer auf Dritte verwiesen, die ja angeblich (noch) toller wären. Ich mag es immer noch nicht außerhalb von Bereichen in dem ich mir meiner Fähigkeiten und Kompetenzen voll bewusst bin im Mittelpunkt zu stehen. Ich fühle mich auf großen Parties meist unwohl, paradoxerweise gehe ich aber gerne tanzen). Ich verstehe mich teilweise selbst nicht, möchte aber einfach diesen Knoten (falls möglich) zerschlagen um völlig entspannt mit mir und der Welt umgehen zu können.
Ich frage mich, und vielleicht könnt Ihr das ja aus eurer Erfahrung kommentieren, ob das was mich ausmacht jetzt schlicht meine Persönlichkeit ist. Oder ob ich diesen Komplex vielleicht mit therapeutischer Hilfe aufarbeiten sollte. Ich bin müde davon.
Meine Probleme bestehen in meinem Kontakt-Verhalten anderen Menschen gegenüber. Spezifischer darin, eine entspannte, emotional offene Haltung einzunehmen.
Ich bin Ende Zwanzig, ich habe in meinem Leben immer eine handvoll sehr sehr enge Freundschaften gepflegt. Meine Freunde erleben mich als verständnisvollen äußerst zugewandten und freundlichen Menschen und wir stehen uns auch emotional sehr nahe. Fremden gegenüber, oder Leuten in größeren Gruppen, bin ich hingegen immer nur interessiert sachlich, rational. Ich kann in größeren Gruppen (das fängt bei 3 an), die ich nicht sehr gut kenne (z.B. Arbeitskollegen gegenüber unproblematisch) oder auch schon bei Einzelpersonen, nur wenig Emphathie aufbringen. Ich versuche dann immer das Gespräch auf einer rationalen Ebene zu halten, was teilweise fast autistisch wirken muss. Auch Freunde (oder sogar Verwandte!), die ich länger nicht gesehen habe werden von mir erst mal derart behandelt und es fällt mir sehr schwer stärkere Emphatie im "normalen Bereich" aufzubringen. Dies ist erst dann wieder der Fall wenn die Gruppe sich verkleinert und "das Eis wieder gebrochen ist". Bei meinen Freunden und Bekannten führt dieses Verhalten immer wieder zu Irritation, da ich Ihnen gegenüber "ganz normal" auftrete, wenn ich allerdings in Gruppen eingeladen werde, plötzlich sehr kühl und "oberflächlich" bin und Freunde meiner Freunde erstaunt sind, dass Schilderungen meiner Person und mein Auftreten nicht übereinstimmen (mein Auftreten wird im besten Fall als "professionell", aber fast immer als kühl und reserviert wahrgenommen). Alles was ich hier beschreibe ist ein Stück weit von meiner allgemeinen Stimmung abhängig. Im Moment bin ich sehr gestresst, daher treten die Probleme wieder stärker auf.
Das selbe gilt für mein nicht vorhandenes Beziehungsleben. Freunde/Kollegen sind immer wieder erstaunt, dass ich keine Beziehung führe, da ich Ihnen gegenüber durchaus charmant und warm bin, Witz habe, intelligent bin und halbwegs zielstrebig, wenn auch nicht übermäßig attraktiv bin. Ab und zu werde ich daher nach längerer Zeit vorsichtig gefragt, ob ich vielleicht homosexuell bin. Das ist aber nicht der Punkt, ich kann diese Frage gar nicht sinnvoll beantworten, weil ich noch nie eine Beziehung geführt habe und daher gar nicht weiss was ich wirklich will. Ich hätte gar nichts dagegen schwul zu sein, im Gegenteil, ich wäre eigentlich froh überhaupt eine Beziehung zu haben. Nur, dazu kommt es nicht. Ich hatte schon häufiger in meinem Leben Situationen in denen es zu Flirten oder "fast zu mehr" gekommen ist, meistens mit Personen, die sich in meinem Umfeld befanden und daher mich "hinter dem Eisklotz" kennen. Allerdings ist es regelmäßig so, dass ich, sobald mir Leute emotional oder körperlich sehr Nahe treten Angst kriege und prompt wieder zum "Eisklotz" werde. Als mich ein Mädchen, mit dem ich schon länger geflirtet hatte und die mich sexuell auch stark interessiert hat, nach einem gemeinsam verbrachten Wochenende irgendwann küsste, kam nur Angst hoch und jede "Lust" war sofort weg. Ich war wieder der "rationale" und habe das Treffen an dem Punkt abgebrochen und mich nachher fürchterlich über mich selbst geärgert. Genauso habe ich über lange Zeit eine sehr enge Freundschaft zu einem Mädchen geführt, aus dieser Freundschaft hat sich dann irgendwann die Frage nach einer Beziehung ergeben und ich habe diese Frage immer wieder verneint mit vorgeschobenen Argumenten (Freundschaft nicht gefährden, nicht die richtige Situation, zu viel Stress gerade), obwohl ich zwischenzeitlich sehr verliebt war und sie mich auch sexuell stark ansprach, was für mich regelmäßig zu Leidensdruck führte. Bei den Freunden die uns beide kannten, dann wiederum zu Irritation aufgrund des inkonsequenten Verhaltens.
Ich habe immer gedacht, dass sich dies mit der Zeit geben würde, allerdings ist das eher nicht der Fall. Ich bin zwar lockerer geworden (es ist mir fast egal, es ist mir auch egal was andere denken), aber auf der anderen Seite habe ich Probleme aufgrund meines bestehenden Verhaltens soweit neue Kontakte aufzubauen, dasd sich diese Frage (nach Intimitäten) überhaupt stellt. Darüberhinaus resigniere ich fast ein wenig, es macht mir nicht mehr so viel aus, aber ich suche auch nicht mehr stark danach. Ich bin aber eigentlich ein Mensch der nicht gerne ständig alleine ist, ich komme aus einer großen, warmherzigen Familie, die Kontakte bei uns waren und sind immer sehr eng.
Als Erklärungsansatz für mein Verhalten kann ich eigentlich nur meine "mittlere" Kindheit anführen. Ich war, soweit ich weiss, immer ein eher fröhliches, extrovertiertes Kind. Auf einer Stufensprecherfahrt in der sechsten Klasse hat damals ein Lehrer Bilder von mir schlafend im Bett geschossen und mir dabei pornographische Bilder auf/neben das Kopfkissen gelegt. An einem der weiteren Tage hat er von den Aufnahmen ein paar abgezogen und der größeren Gruppe (mit deutlich älteren (Oberstufen)Schülern) zur allgemeinen Belustigung gezeigt. Aus meiner heutigen Perspektive harmlos. Damals allerdings, war das ein traumatisches Erlebnis (Ich war kaum aufgeklärt, meine Kindheit würde ich als konservativ behütet beschreiben). Meine Eltern haben damals ein Gespräch mit mir und dem Lehrer durchgeführt, in dem Sie den Sachverhalt angesprochen haben. Es wurde erwogen Anzeige zu erstatten, was ich damals, soweit ich mich erinnern kann, aufs heftigste abgelehnt habe. Ich wollte nicht wieder über diese "Kränkung" nachdenken müssen und habe das einfach in mich reingefressen. Ich kann mich nicht mehr gut an die 2-3 Jahre danach erinnern, aber soweit ich weiss habe ich mich damals sehr stark in mich zurückgezogen und bin mit einem emotionalen Panzer rumgelaufen. Dazu passend erzählt meine Mutter, dass ich damals anfing im Schlaf nach "Hilfe" zu rufen. Meine schulischen Leistungen haben sich so stark verschlechter (ich war vorher ein guter bis sehr guter Schüler), dass meine Eltern erwogen mich in eine andere Schule zu versetzen, zumal ich aufgrund meiner verschlossenen Haltung plötzlich heftig gemobbt wurde. Alles was Jungendliche in dieser Zeit an Erfahrungen machen, ist an mir damals absolut vorbeigegangen. Erst in der Oberstufe bin ich wieder lockerer geworden und hatte "meinen Spass" - dem Mobbing habe ich mich mit einer fiesen Schlagfertigkeit entzogen -, aber nur bei allem was "sexuelles" ausschließt. In der anschließenden Zeit an der Universität habe ich dieses Thema immer ausgeklammert, Annäherungsversuche (es gab eine Handvoll) meist abgeblockt und mich auf meine "Leistung" herausgeredet, Arbeit war mir damals vordergründig wichtiger.
Ich merke allerdings, dass ich mitlerweile eine unkomplette Persönlichkeit bin, da ein Aspekt meines Ichs einfach fehlt und mein Verhalten in diesem Aspekt auch manchmal merkwürdig ist. Dies hat sowohl Auswirkungen auf mein Selbstbewusstsein (nicht sehr groß) als auch auf fast alle anderen Bereiche meines Lebens. (Früher hatte ich beispielsweise immer riesige Probleme mit Komplimenten von Anderen und habe dann immer auf Dritte verwiesen, die ja angeblich (noch) toller wären. Ich mag es immer noch nicht außerhalb von Bereichen in dem ich mir meiner Fähigkeiten und Kompetenzen voll bewusst bin im Mittelpunkt zu stehen. Ich fühle mich auf großen Parties meist unwohl, paradoxerweise gehe ich aber gerne tanzen). Ich verstehe mich teilweise selbst nicht, möchte aber einfach diesen Knoten (falls möglich) zerschlagen um völlig entspannt mit mir und der Welt umgehen zu können.
Ich frage mich, und vielleicht könnt Ihr das ja aus eurer Erfahrung kommentieren, ob das was mich ausmacht jetzt schlicht meine Persönlichkeit ist. Oder ob ich diesen Komplex vielleicht mit therapeutischer Hilfe aufarbeiten sollte. Ich bin müde davon.


), da bin ich beim Schulfest vor versammelter Mannschaft (auch für mich überraschend) so richtig explodiert, weil mich eine Freundin schon länger sehr geärgert hat! Die die dabei waren, reden heute noch darüber
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